Nur ein kleines Licht und doch voller Kraft und Wärme

In uns … Wir können es weiterschenken.

Jetzt in der dunklen Jahreszeit brennen in den Fenstern von manchen Häusern kleine Kerzen. Vor manchen Haustüren hängen auch kleinere oder größere Laternen. Ihr Licht dringt hinaus in die Dunkelheit und erzählt den Kommenden von Wärme und der Fürsorge, die von den Menschen ausgehen, die in diesem Haus wohnen. Solche Lichter sind tröstliche Zeichen in der immer kälter werdenden Welt.

Als Christen führen wir die Kraft dieses Lichtes oft auf Jesus zurück, der von sich im Johannesevangelium sagt: »Ich bin das Licht der Welt«. Das Kommen dieses Lichtes und die Geburt in Bethlehem in einer kleinen Krippe feiern die Christen seit bald 2000 Jahren. Und doch, so wird es uns Christen vielfach vorgeworfen, ist es in unserer Welt nicht viel heller geworden. Das »Werkzeug« dazu hätten wir in der Hand. Es sind wir selbst. So spricht nämlich Jesus zu seinen Jüngern: »Ihr seid das Licht der Welt« (Mt 5). Damit hält Jesus uns für fähig, dass wir uns unserer eigenen Wurzeln erinnern, dass wir unsere eigene Kraft spüren, das göttliche Feuer, das in uns selbst brennt, mit dem wir dann viele Lichter in der Welt, in der wir leben, aufleuchten lassen können.

Nur ein kleines LichtManche zweifeln an ihrer Kraft, an ihrer Bedeutung für die Welt. Was kann ich denn schon ausrichten? Was kann meine Stimme, meine Spende, mein kleines Licht in der Welt denn schon bewirken?

Um dabei den Mut nicht zu verlieren, erinnern Sie sich doch mal an all die kleinen Dinge, die kleinen Lichter, die es Ihrem Herzen immer wieder warm gemacht haben: Ein überraschender Telefonanruf, eine Umarmung, ein Lächeln aus einem vorbeifahrenden Auto, ein mitfühlendes Wort, ein Brief oder eine dargebotene Hand, die Ihnen den schweren Korb abgenommen hat. Sie werden sehen: Weihnachten ist schnell wieder vorbei, die kleine Krippe weggeräumt. Aber die Lichter, die kleinen Zeichen der Hoffnung, die Sie anstecken, die leuchten oft nach Jahren noch.

Michael Stichling