»7 Wochen ohne« – am 22. Februar beginnt die Fastenzeit

Die Fastenaktion »7 Wochen Ohne« der evangelischen Kirche lädt dieses Jahr dazu ein, in den Wochen zwischen Fasching und Ostern auf falschen Ehrgeiz zu verzichten. Ein schönes Ziel. Aber: Worauf werden Sie verzichten?

Zeiten des Fastens sehen viele Kulturen und Religionen vor. Und gerade im Frühjahr ist es sicher naheliegend, zeitweise die Nahrungsaufnahme zu reduzieren, um Hüftspeck, der im Winter sicherlich hilfreich war, nun wieder loszuwerden. Der Umstand, dass die Vorräte langsam zu Neige gingen und die Tierwelt eine Schonzeit braucht, waren in früheren Zeiten sicher auch Argumente.

Die christlichen Kirchen beziehen sich mit ihrer Empfehlung zum Fasten allerdings auf Jesu Zeit in der Wüste. Eine Anleitung zum Fasten liefert Jusus in der Bergpredigt (Matthäus 6,16-18): » Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.«

Nachdem in den Nachkriegsjahren der Brauch des Fastens mehr und mehr verschwand, wird das Fasten derzeit immer populärer. Die Erkenntnis, dass es hilft, sich auf Wesentliches zu konzentrieren, eingetretene Pfade zu verlassen und festzustellen, was man tatsächlich zum Leben braucht, treten dabei oft in den Vordergrund. Diese widersprechen allerdings nicht den theologischen Aspekten des Fastens, zumal die Fastenzeit oft mit festgelegten Phasung der Ruhe, der Meditation und des Gebets einhergeht. Zeiten während derer man Gewohnheiten wie das Fernsehen oder das Internet bewusst ausspart, bieten schließlich viel Zeit zur Einkehr.

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche »7 Tage Ohne« lädt seit einiger Zeit dazu ein, auf besondere Aspekte des Lebens zu verzichten, die in der Liste der auszulassenden Gewohnheiten sonst eher nicht vertreten sind. So wurden schon der Verzicht auf Geiz, der Verzicht aufs Zaudern und auf Ausreden empfohlen. Dieses Jahr wir der Verzicht auf falschen Ehrgeiz empfohlen.

Wie wählen Sie Ihre Ziele für die Fastenzeit? Trauen Sie sich, festzustellen, was Sie aushalten? Verzichten Sie auf Ihren morgenlichen Kaffee? Oder nur auf den Zucker darin? Wollen Sie mal sehen, ob man ohne Schokolade wirklich leichter wird, oder darfs ein echter Stesstest sein? Ein Aufgabe, an der Sie wohlmöglich wachsen könnten?

Es liegt an Ihnen. Sie sind herzlich eingeladen.