60. Todestag von Elisabeth Winterhalter am 13. Februar 2012
Elisabeth Winterhalter gilt als erste deutsche Chirurgin, doch ihr Weg dorthin war beschwerlich.
Sie wurde 1856 in München geboren und statt nach der Schule von München nach Zürich zu ziehen, um dort Medizin zu studieren, wurde sie auf Druck der Familie zunächst Lehrerin. Gegen alle Widerstände begann sie dann aber im Herbst 1884 im Alter von 27 Jahren doch noch ein Medizinstudium in Zürich, das sie sechs Jahre später mit einem Doktortitel abschloss. Damit war sie aber noch nicht am Ziel, erst nach der Ausbildung zur Chirurgin, die sie im Ausland absolvierte, erhielt sie eine Zulassung für ihre Tätigkeit in Deutschland. Inwischen war sie bereits 47 Jahre alt und arbeitete bereits einige Jahre in ihrem Fach.
Bereits 1891 kam sie nach Frankfurt und gründete dort eine Frauenpoliklinik. Später eröffnete sie noch eine große Praxis, ebenfalls in Frankfurt, dort arbeitete sie als eine der ersten deutschen Gynäkologinnen.
Von Anfang an setzte sie sich für die Interessen und die Gleichberechtigung von Frauen ein. So gründete sie 1898 mit drei Mitstreiterinnen den Verein Frauenbildung-Frauenstudium, der deutschlandweit bis zu 1400 Mitglieder hatte und gründete 1908 mit der Schillerschule in Sachsenhausen das erste Gymnasium in Frankfurt, auf dem Mädchen ihr Abitur absolvieren konnten, erst 1968 wurden dort auch Jungen zugelassen. Bereits 1911 vergab sie die ersten Abgangszeugnisse. Im selben Jahr zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen von ihren vielen Tätigkeiten zurück und zog mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin, der Malerin Ottilie Roederstein, in ein Haus, das sie sich am Kapellenberg in Hofheim im Taunus bauen ließ.
Dort war sie nicht mehr als Ärztin tätig und war begeistert von der Ruhe, die sie dort umgab.
Am 13. Februar 1952 starb sie hochbetagt im Alter von 95 Jahren.


Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)